Was sind Podcasts?

NotizBlog.Berlin: #001 - Radio zum Mitnehmen

Podcasts allgemein

Podcasts kann man als mediale Angebote im Internet verstehen, die in etwa dem entsprechen, was ihr beim Fernsehen als Mediatheken vielleicht schon kennengelernt habt. Podcasts sind aber mehr als das.

Während man bei Mediatheken an das Gerät – also den Fernseher – gefesselt ist und einen Internetzugang für die gesamte Dauer der Sendungsübertragung benötigt, können Podcasts auf das jeweilige Abspielgerät heruntergeladen werden, um sich den dann reinzuziehen, wann es einem passt.

Mediatheken sind Angebote von Medienhäusern wie ARD, ZDF, PRO 7 und so weiter. Podcasts sind das zwar auch. Darüber hinaus – und das macht Podcasts dann eigentlich erst wirklich interessant – gibt es Angebote von allen möglichen Leuten, Verlagen, Organisationen oder Vereinen, die gleichberechtigt empfangen werden können.

Kurzum: Bei Podcasts können alle Produzentinnen und Produzenten sein und alle auch Empfängerinnen und Empfänger. Podcasts sind also für jeden frei zugängliche Formate.

Selbstverständlich gibt es auch Ausnahmen, die die Podcasterei als Geschäftsfeld für sich entdeckt haben, und bei denen man sich erst anmelden muss um über deren Angebote in den Genuss von Podcasts zu kommen – und das teilweise auch gegen Bezahlung. Ein Beispiel hierfür ist „Spotify“.

Wovon ich hier aber sprechen will, sind ausschließlich Angebote, die für jeden ohne Hürden erreichbar sind.

Podcast-Formate

In der Podcast-Szene gibt es sowohl Video- als auch Audioangebote, oder eine Kombination aus beiden Formaten.

Da bei mir die Entdeckung der Podcasterei auch eine Flucht vor dem Fernsehgerät war, und Bilder im Kontext von Informationen sowieso häufig überbewertet sind, werde ich mich hier ausschließlich auf Audio-Podcasts beziehen. Das Prinzip der anderen Formate ist aber prinzipiell gleich.

Podcasts technisch

Kommen wir nun zu ein paar technischen Informationen. Keine Angst, ich versuche es einfach darzustellen.

Was sind Podcasts also im technischen Sinn. Jeder Nerd wird hier wohl die Hände über dem Kopf zusammenschlagen. Aber egal!

Schematische Darstellung des Podcast-Prinzips
Das Schema zeigt die prinzipielle Wirkungsweise von Podcasts und die Interaktion zwischen Podcastanbietern und -anbieterinnen, Servern sowie Podcasthörerinnen und -hörern. Das sieht komplizierter aus als es ist.

Die Podcaster/innen

Podcaster/innen nehmen Sendungen mit technischen Hilfsmitteln auf, auf die ich an dieser Stelle nicht weiter eingehen will. Das Ergebnis einer solchen Sendung ist im Wesentlichen eine Audiodatei, so wie ihr diese von Musik her bereits kennt.

Für diese Audiodateien gibt es verschiedene Formate. Auch darauf will ich heute nicht näher eingehen. Wir nennen diese Audiodateien im weiteren aus Bequemlichkeit einfach „MP3“. Das wird wohl den meisten von euch etwas sagen.

Das MP3 laden Podcaster/innen auf deren Server im Internet. Jetzt steht dieses MP3 eigentlich jedem zur Verfügung. ABER: Irgendwie müssen Nutzerinnen und Nutzer, also ihr als künftige Podcast-Hörerinnen und -Hörer, dieses MP3 schließlich finden. Deshalb veröffentlichen Podcaster das MP3 auf deren Internetseite, welche in der Regel extra für Podcasts eingerichtet ist.

So lassen sich die Podcast-Sendungen in einem ersten Schritt schon einmal einfacher finden. Man könnte sich eine Podcastfolge also gleich auf der entsprechenden Internetseite anhören. Man kann sie auch herunterladen, um sie sich anzuhören, wenn man vielleicht nicht mehr im Internet ist.

Es würde so funktionieren, aber es wäre sehr umständlich. So kommen wir zur zweiten Seite des Podcasts: nämlich zu euch.

Die Podcast-Hörerinnen und -Hörer

Ihr wisst zum Beispiel, dass ich den Podcast „NotizBlog.Berlin“ anbiete. Vorausgesetzt, ihr seid von diesem Podcast begeistert, dann wollt ihr bestimmt erfahren, ob es bereits eine neue Folge gibt, die ihr noch nicht gehört habt.

So, wie ich es gerade beschrieben habe, müsstet ihr in regelmäßigen Abständen auf meiner Internetseite nachsehen, ob eine neue Folge existiert. Das ist unbequem und lästig.

Einfacher wäre es doch, ihr würdet über die Neuerscheinung einer Folge meines Podcasts automatisch informiert werden. Und das alles ohne Newsletter oder E-Mail-Service etc. Außerdem würde euch nicht nur interessieren, dass es eine neue Folge meines Podcasts gibt, sondern auch, ob euch der Inhalt dieser neuen Folge überhaupt zusagen könnte.

Über all diese Dinge haben sich schlaue Köpfe bereits vor über 15 Jahren Gedanken gemacht. Das Ergebnis heute ist:

Interaktion Podcaster/innen und Publikum

Podcaster/innen veröffentlichen nicht nur die MP3 auf deren Servern. Parallel zum Podcast mit den MP3-Dateien wird auch ein Feed veröffentlicht.

WTF ist ein Feed?

Im Detail kann euch das egal sein. Schaut einfach bei Wikipedia nach, wenn es euch interessiert. Für meinen Zweck hier ist es ausreichend, euch zum Feed Folgendes sehr vereinfacht zu sagen:

Mit einem Feed ist ein so genanntes .rss-Dokument gemeint. Diese .rss-Datei ist ähnlich dem Inhalt einer Intersetseite aufgebaut, jedoch nicht in HTML – der Dokumentensprache für Internetseiten, sondern in XML.

Der Feed in XML

Der Feed in XML als .rss-Datei beinhaltet sämtliche wichtigen Informationen zum Podcast. Ihr könnt euch das vereinfacht vorstellen wie ein Inhaltsverzeichnis mit ergänzenden Beschreibungen; eine Art Quellenverzeichnis.

Der Vorteil jetzt besteht darin, dass die .rss-Datei folgende Informationen enthält:

  • Name und Beschreibung des Podcasts UND
  • Zu den einzelnen Folgen
    • Name der Folge,
    • Dauer der Folge,
    • Datum der Veröffentlichung,
    • Verweis auf die Inhalte der Folge (wo ist das MP3 zu finden),
    • Beschreibungen zum Inhalt der Folge,
    • weitere Infos…

Kurzum: die .rss-Datei (im weiteren nur noch Feed) beinhaltet alle relevanten Informationen zu den einzelnen Folgen eines Podcasts.

Ihr müsst also nicht die MP3s herunterladen, die einige Dutzend Megabyte groß sind, um reinzuhören, ob euch das Thema der Folge interessiert. Viel einfacher lest ihr aus dem Feed, der nur Kilo- bis ein paar Megabyte groß ist – je nach Umfang des Podcast-Projekts -, was von euch in einer neuen Folge erwartet werden kann UND wann die neue Folge veröffentlicht wurde.

Ich fasse zusammen

Podcaster/innen legen MP3s je Folge auf deren Server, parallel dazu den passenden Feed.

Ihr sucht den Feed und erfahrt so, ob es eine neue Podcastfolge gibt und ob euch diese inhaltlich überhaupt interessiert. Ihr müsst also keine riesigen Datenmengen herunterladen, bevor ihr euch sicher seid, dass ihr die neue Podcastfolge hören wollt.

Nun stellt ihr euch sicher die Frage: ‘Wie komme ich an diese verflixten Feeds für die Podcasts heran?’

Podcast-Abonnement

Einen Podcast regelmäßig beziehen zu wollen heißt “Abonnement”. Das ist im Internet ein vielleicht etwas verbrannter Begriff, der bei der Einen oder dem Anderen Hemmungen hervorruft, auf eine solche Schaltfläche zu klicken. Aber keine Angst. Podcasts sind kostenlos und ohne Angabe von irgendwelchen Kundendaten abonnierbar.

Um einen Podcast abonnieren zu können, also regelmäßig zu beziehen, wird eine entsprechende Podcast-App benötigt.

Podcatcher (Podcast-Apps)

Programme zum Abonnieren von Podcasts heißen Podcatcher, Podcast-Apps oder Podcast-Clients. Es folgen ausgewählte Beispiele für Windows, Android und iOS.

Windows-Podcatcher

Microsoft hat die Podcast-Szene lange vernachlässigt. Das hängt sicher damit zusammen, dass der Start in das mobile Internetzeitalter von Microsoft verpennt wurde. Langsam gibt es aber, spätestens mit Windows 10, ausgewählte Podcatcher unter Windows.

Stöbert einfach mal herum, was Microsoft für euer Windows 7, 8.1 oder 10 so bietet.

Als Beispiel hier ein Windows-Klassiker: gPodder. Ladet euch die aktuelle Version einfach herunter und installiert Sie.

Startfenster für gPodder Installation

Folgt einfach den Installationsanweisungen und beendet die Installation mit “finish“.

Abschluss der gPodder Installation

Startet gPodder, um euren ersten Podcast zu abonnieren. Unter “Abonnements” findet ihr verschiedene Möglichkeiten. Kopiert einfach den Feed auf der Podcast-Seite, von der ihr den Podcast beziehen wollt.

Podcast per URL hinzufügen

Und fügt den Feed in das sich nun öffnende Fenster ein (das Beispiel zeigt den Feed für den Audio-Podcast zu den Tagesthemen (Tagesthemen-Feed):

Podcast-Feed als URL zum Abonnieren einfügen

Klickt auf Hinzufügen. Fertig!

iOS und Android-Podcatcher

Apple und Google sind Generationen weiter als Windows, insbesondere, was die Vielfalt und den Komfort der Podcatcher angeht.

Für Android-Systeme empfehle ich den Podcatcher “AntennaPod“. Dieser ist als Open Source kostenlos über den Google-Play-Store beziehbar. Einfach herunterladen und starten. Die App ist – ich sage es nur ungern – selbsterklärend.

Für iPhone und iPad (iOS) gibt es standardmäßig bereits eine App namens “Podcast”. Ihr könnt damit ja mal ein wenig herumprobieren. Ich selber nutze RSS Radio. Ladet euch im App-Store die kostenlose Version zum Herumprobieren herunter. Und schon geht es los.

iOS-Podcatcher nutzen (Android analog)

Ihr könnt mit “AntennaPod” und mit “RSS Radio” Podcasts ebenfalls mit Hilfe des jeweiligen Podcast-Feeds abonnieren. Aber es geht wesentlich bequemer. Gebt einfach zum Hinzufügen eines neuen Podcast-Abonnements einen Suchbegriff ein: in Anlehnung an das obige Beispiel für Windows wäre dies “tagesthemen“. Oder für diesen Podcast hier beispielsweise “notizblog“.

Nachfolgend ein paar Screenshots von meinem iPhone. “AntennaPod” unter Android funktioniert ähnlich.

(1) Podcast hinzufügen

RSS Radio - Podcast-Übersicht
RSS Radio Screenshot: Übersicht über die bereits abonnierten Podcasts. Zum Hinzufügen eines neuen Podcasts oben rechts auf das Pluszeichen drücken.

(2) Suche nach neuem Podcast

RSS Radio - Podcast hinzufügen
Nachdem auf das Pluszeichen gedrückt wurde erscheint dieser Bildschirm. Drückt oben rechts auf “mehr” und auf die Schaltfläche “Suche mit Schlüsselwort”.

(3) Suche mit Schlüsselwort

RSS Radio - Podcast-Suche mit Schlüsselwort
Jetzt gebt ihr einfach ein Schlüsselwort ein. Für diese Podcastreihe beispielsweise “notizblog”.

(4) Podcast Abonnieren

RSS Radio - Podcast aus Liste auswählen
Es wird eine Liste mit Podcasts angezeigt, die dem Schlüsselwort entsprechen. In unserem Beispiel gibt es nur den einen Podcast. Wählt den gewünschten Podcast aus. Es erscheint eine kurze Info darüber, dass die Vorschau geladen wird. Drückt in der Vorschau oben rechts auf “Anmelden” und bestätigt mit der Schaltfläche “Standardeinstellungen verwenden”. Fertig! Der Podcast ist abonniert und – je nach Einstellung – wird die aktuelle Episode heruntergeladen.

So, jetzt bleibt mir nur noch, euch viel Spaß beim Herumprobieren zu wünschen. Mehr zum Handling mit ein paar Tipps zur Nutzung folgen in Kürze.

Podcastfolge zum Artikel

⇒ #001 – Radio zum Mitnehmen…
(erschienen am 13. Januar 2017)

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